“Was denken die USA über Europa? Und warum?” am 16. Februar 2016

Was denken die USA über Europa? Und warum? Vortrag und Diskussion mit Jeremy Shapiro and Klaus Scharioth gemeinsam mit der Stiftung Mercator

Guests

Jeremy Shapiro, Forschungsdirektor ECFR, zuvor bei der Brookings Institution und im US State Department

Klaus Scharioth, Rektor der Mercator Kollegs für internationale Aufgaben und 2006-2011 deutscher Botschafter in den USA

 

Chaired by

Josef Janning, Leiter des Berliner Büros & Senior Policy Fellow beim ECFR

In einer krisengeschüttelten Welt ist das transatlantische Verhältnis trotz einiger Probleme noch ein stabiler Anker – dies bestätigt auch das Ergebnis der aktuellen Ausgabe der ECFR Scorecard. Allerdings kommt Europa in den gegenwärtigen Debatten der Kandidaten im Präsidentschaftswahlkampf nicht vor – und wenn dann als Zerrbild. Dahinter verblassen die Gemeinsamkeiten ebenso wie der Nutzen koordinierten Handelns. Der gemeinsame Erfolg in den Atomverhandlungen mit Iran gilt vielen Konservativen als großer Fehler Barack Obamas. In Europa wirken andererseits die Snowden-Enthüllungen und die Ausspähung durch die NSA vertrauensmindernd nach. Für viele Europäer ist TTIP amerikanisch dominiert und einseitig an den dortigen Wirtschaftsinteressen orientiert – der wirtschaftliche Nutzen für die europäische Wirtschaft wird vielfach übersehen. In der für Europa so brisanten Krisenregion Naher und Mittlerer Osten schlägt sich dieser Wandel ebenfalls nieder, denn die USA zeigen sich deutlich zurückhaltender und erwarten eine aktivere Rolle der Europäer. Die USA sind offenbar nicht mehr gewillt, den Frieden auf der Welt immer oder überall zu sichern. All diese Veränderungen stellen die Frage nach dem Stellenwert Europas für die amerikanische Politik neu.

Wir haben uns gefreut, zu diesem Thema Jeremy Shapiro begrüßen zu dürfen.

Nach seinem Vortrag diskutierten wir mit ihm und Klaus Scharioth, Rektor des Mercator Kollegs für internationale Aufgaben und 2006-2011 deutscher Botschafter in den USA. Die Diskussion zeigte ebenfalls die Sichtweise der Europäer, vor allem der Deutschen, auf die USA und wie die Vereinigten Staaten von Amerika über Europa denken. Ein wichtiger Aspekt war, dass Europa immer noch eher als ein Gefüge aus vielen verschiedenen Staaten gesehen wird, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen. Auch in der lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurden diese Themen vertieft.

Nach den Veranstaltungen zu Russland, dem Magreb und der Türkei setzten wir mit dieser Veranstaltung die Reihe „Europe seen from the outside“ fort. Der ECFR präsentiert in diesem Rahmen gemeinsam mit der Stiftung Mercator eine Vortragsreihe, die außereuropäische Ansichten und Beurteilungen zu und auf Europa vorstellt.

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