Briten im Ausland: wie ein möglicher Brexit Expats gefährden könnte

Renten, Eigentum, Gesundheitsversorgung: Gefahren eines Brexits für britische Expats

Director, European Power programme
ECFR Alumni · Former Programme coordinator, European Power
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Briten im Ausland: wie ein möglicher Brexit Expats gefährden könnte

Laut einer neuen Studie des European Council on Foreign Relations, könnte der Austritt Großbritanniens aus der EU die Arbeitsplätze, den Haushalt und die Gesundheitsversorgung der 1.2 Million in Europa lebenden Briten gefährden.

Das Forschungsnetzwerk des ECFR setzte sich zum Ziel, die konkreten Folgen eines möglichen Brexit herauszukristallisieren. Hierfür verglich das Institut die Gesetzesgrundlagen betreffend Beschäftigungschancen, Studienmöglichkeiten, Eigentumserwerb und den Zugang zur Gesundheits- und Altersvorsorge für EU- und für Nicht-EU-Bürger.

Im Falle eines Brexit, gibt es für Großbritannien im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Den Anschluss an den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vergleichsweise mit Island und Norwegen oder eine Angliederung an die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) wie die Schweiz. Jedoch müsste sich Großbritannien in beiden Fällen weiterhin an Regeln des europäischen Wirtschaftssystems halten. Eine weitere Möglichkeit wäre es einzelne Vereinbarungen und Verträge mit den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten zu schließen. Der ECFR Report hebt hervor, welche Bereiche und Themen Teil dieser Verhandlungen werden könnten.

“Briten im Ausland: wie ein möglicher Brexit Expats gefährden könnte” zeigt drastische Veränderungen in fünf Bereichen auf:

Arbeitsplätze: Die Briten könnten das Arbeitsrecht ohne Visum in der EU verlieren und würden nicht mehr vom derzeit in 15 Mitgliedsstaaten geltenden Recht profitieren, dass EU/EEA Kandidaten bevorzugt.
 

Eigentum: Die EU Mitgliedschaft erlaubt den Briten uneingeschränkten Eigentumserwerb in anderen Mitgliedsstaaten. Im Fall eines EU-Austritts, würden bestimmte Anforderungen wie eine Aufenthaltserlaubnis, Unternehmenseintragung oder eine Genehmigung der Regierung in Ländern wie Österreich, Kroatien, Dänemark und Bulgarien notwendig sein.
 

Ausbildung: Mehr als 11.000 britische Studenten besuchen europäische Universitäten. Als EU-Mitglieder zahlen sie die gleichen Studiengebühren wie Einheimischen. Die Gebühren für Nicht-EU/EEA Bürger sind jedoch weitaus höher.
 

Gesundheitsversorgung: Die Briten würden nach einem Brexit kein Recht auf vergünstigte oder sogar kostenlose Gesundheitsversorgung in der EU mehr haben.

Renten: Die meisten britischen Auswanderer in Europa sind Rentner. Sie haben jedoch nur als EU Bürger Anspruch auf Altersvorsorge in einem anderen Mitgliedstaat. Zum Beispiel in Deutschland werden Arbeitsjahre, die in anderen EU-Staaten geleistet wurden zur Mindestzahl von Arbeitsjahren dazugezählt.